DeutschEnglishJapain
Home  |  Sitemap  |  Kontakt

Biografie - Jugend

 

Wohlen ist ein typisches Provinzdorf. Die Mentalität der Bewohner und das Dorfleben, das sich in den Häusern, Läden und Kneipen abspielt, bilden ein Gefüge mit eigener Ordnung und mit Regeln, denen sich die heranwachsenden Kinder zu fügen hatten. Jeder kennt jeden und ist Bestandteil eines Beziehungsnetzes, das mehrere Generationen prägt. Niemand spricht von Hierarchie, doch sie existiert und ist ein Abbild der sozialen Zusammensetzung der Dorfbevölkerung. Andy und seine Geschwister gehörten zweifellos zu einer sozialen Schicht, die wenig zu melden hatte. Deshalb verpasste man ihm später das Image des Underdogs, der sich gegen die gesellschaftlich besser Gestellten behaupten will.
 
Schon sehr früh stellte sich heraus, dass Andy ein ausgesprochenes Sporttalent war. Als Sechsjähriger begann er, Fussball zu spielen. Bereits wenige Jahre später wurde er für die "U-16" (unter Sechzehnjährige) des Kantons Aargau und schliesslich sogar für die der Schweiz nominiert. Mit elf durfte er erstmals einen Nachbarjungen zum Karateunterricht begleiten. Trotz heftigem Widerspruch seines Grossvaters begann er, diese fernöstliche Kampfkunst zu trainieren. Als er sich die Erlaubnis fürs Karatetraining zum Geburtstag wünschte, wurde der Grossmutter bewusst, dass mehr dahinter steckte, als nur jugendliche Begeisterung. Sie setzte ihr ganzes Geschick ein und erreichte schliesslich, dass der Grossvater einwilligte.

Andys erstaunliche Entwicklung zum Karatekämpfer war sicher mit ein Grund, dass er sich fortan in seinem Umfeld besser behaupten konnte. Gleichzeitig hatte sie aber auch zur Folge, dass ihn andere Jugendliche immer wieder foppten, provozierten und zu unterdrücken versuchten. Andy litt zwar darunter, doch gleichzeitig förderte es seine Selbstständigkeit und er lernte mit der Zeit, sich gegen Stärkere durchzusetzen. Das Karatetraining verhalf ihm zu mehr Selbstvertrauen und ermöglichte ihm, seine Fähigkeiten zu entwickeln.
 
Bereits mit dreizehn Jahren fiel Andy als Ausnahmetalent auf und gewann viele Anfängerturniere. Zu dieser Zeit lag seine Stärke jedoch eher im Formenwettkampf als im Zweikampf. Ein Jahr später galt er bereits als der beste Nachwuchstechniker der Schweiz. Auf Drängen seiner Grosseltern musste er sich nun endgültig zwischen Fussball und Karate entscheiden, da sie nicht mehr in der Lage waren, beides zu bezahlen. Für Andy war klar, dass er sich künftig der fernöstlichen Kunst widmen wollte. Er folgte einer starken inneren Motivation und wollte nicht mehr nur in der technischen Disziplin erfolgreich sein, sondern künftig an Turnieren auch im Zweikampf seine Kräfte mit anderen messen – und gewinnen.

Im Alter von fünfzehn Jahren zeigte sich sein ausserordentliches Kämpfertalent und er gewann zum ersten Mal den nationalen "Oyama-Cup". Mit siebzehn wurde er Mitbegründer einer neuen Karateschule in Bremgarten. Zu diesem Zeitpunkt gehörte er schon seit einem Jahr zur Elite-Nationalmannschaft des Kyokushin-Karate. Da das Mindestalter für Vollkontakt-Kämpfe zwanzig Jahre betrug, musste der aufstrebende Jungsportler jeweils die schriftliche Einwilligung seiner Grosseltern vorlegen. Drei Jahre später hatte er sich bereits landesweit als einzigartigen Kämpfer mit erstaunlichen technischen und mentalen Fähigkeiten etabliert.
 
Als Schüler träumte er davon, später die Ausbildung zum Sportlehrer zu absolvieren. Seine Noten ermöglichten ihm zwar, die Sekundarschule zu besuchen, doch sein Interesse fürs Lernen hielt sich in Grenzen. Da ihn niemand zusätzlich unterstützte oder anspornte, blieben seine schulischen Leistungen Durchschnitt. Während des letzten Schuljahrs beschaffte ihm sein Grossvater im selben Betrieb, wo schon sein Bruder arbeitete, eine Lehrstelle als Metzger. Auf Drängen von Grossmutter Fridy begann er mit der Ausbildung. Doch bis zum Ende der Lehrzeit galt sein ganzes Interesse dem Karate und er investierte sämtliche Freizeit ins Training.
 
Gegen Ende seiner Schulzeit trieb sich Andy regelmässig mit Jugendbanden herum, die ihn auf die schiefe Bahn zu führen drohten. Er verspürte einen Drang, sich gegen die vorgegebene Ordnung aufzulehnen, doch wirklich befriedigt war er davon nicht. Glücklicherweise besann er sich irgendwann eines Besseren und riss im letzten Augenblick das Steuer herum. Im Karate hatte er einen Weg gefunden, der es ihm ermöglichte, die nötigen Fähigkeiten zu entwickeln, um schlechte Gewohnheiten zu besiegen. Er erkannte, dass ein erfolgreicher Kämpfer ohne Leidenschaft und Gewalt handelt, sondern aus einer inneren Überzeugung und Entschlossenheit, die keine Niederlage kennt. Ganz natürlich lernte er, die Erlebnisse auf der Strasse zu akzeptieren und mit deren Folgen umzugehen. Es gelang ihm, sie zu verarbeiten, ohne psychischen Schaden zu erleiden.
 
In seiner Trainingsgemeinschaft hatte Andy schliesslich Freunde gefunden, die sich von seinem Feuer und seinem unermüdlichen Engagement anstecken und mitreissen liessen. Sie waren Weggefährten geworden, die sich gemeinsam im Training alles abverlangten. Mit seinem ausdauernden Einsatz hatte er ihnen viel gegeben, sie immer wieder angespornt. Umgekehrt hatte er in ihnen Partner gefunden, die er für das Erreichen seiner Ziele benötigte.
 
Disclaimer  I  AGB   I  Impressum  I  Panorama-Invest AG   Blegistrasse 15  CH-6340 Baar